Bäcker zeigen starken Zusammenhalt | |||||
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Bäcker zeigen starken Zusammenhalt Jahreshauptversammlung der Bäcker-Innung Mittelrhein Ahr-Mosel-Rhein-Lahn Die Bäcker halten zusammen: Sehr gut besucht präsentierte sich die Jahreshauptversammlung der Bäcker-Innung Mittelrhein Ahr-Mosel-Rhein-Lahn, die im Winninger Hotel Moselblick stattfand. Obermeister Rolf Genn freute sich über das rege Interesse an der Veranstaltung: „Das ist ein Zeichen, dass das Innungsleben auch heute noch modern ist“. Dass so viele Kollegen erschienen seien, zeige den guten Zusammenhalt des Teams - auch und gerade wenn es herausfordernd wird. „Die Zeiten werden immer schwieriger, aber in unserer Innung läuft es gut“, so Genn weiter. Ausdrücklich dankte er dem Innungsvorstand sowie der Kreishandwerkerschaft Mittelrhein für ihre hervorragende Arbeit. Dennoch sehen sich die Bäcker mit belastenden Zeiten konfrontiert. „Die Materialpreise steigen, ebenso die Energiepreise. Das haben wir hingenommen, jedoch schließen mittlerweile auch größere Betriebe“, warnte Genn und forderte für die Branche: „Wir Bäcker brauchen Unterstützung. In diesem Jahr werden wir verstärkt versuchen, unsere Bedürfnisse in den Fokus zu rücken.“ Dass nach wie vor mehr Bäckereien schließen als öffnen machte auch Geschäftsführer Alexander Zeitler in seinem Referat zum Thema. Er hielt den Servicevortrag anstelle des erkrankten Stefan Agethen vom Bäckerinnungsverband West. Waren im Jahr 2016 noch 11737 Betriebe in Deutschland am Start, waren es 2023 nur noch 9242. Gab es 2026 noch 17874 Auszubildende, waren es 2023 nur noch 9977. Weiter stand die Thematik der Krankenquoten im Fokus. Was kann der Arbeitgeber tun, um den Krankenstand zu minimieren? Nach dem Motto „Krankheit ist normal, Absentismus aber nicht“ erstellte Stefan Agethen einen Maßnahmenkatalog. Alexander Zeitler las die Vorschläge vor, die von der Verbesserung des Betriebsklimas über flexible Arbeitsmöglichkeiten bis hin zur schnellen Lösung von Team-Konflikten reichten. „Wertschätzung wirkt Wunder“ und „Schaffen Sie Urlaubssperren ab“ waren nur einige der wertvollen Tipps, die den Anwesenden an die Hand gegeben wurden. Ein weiterer zentraler Punkt der Versammlung war die finanzielle Situation der Innung. Die Jahresrechnung für 2024 sowie der Haushaltsplan für 2025 wurden einstimmig angenommen - ein positives Signal für die zukünftige Entwicklung. Schließlich folgten die Allgemeine Hygieneschulung und die Folgebelehrung nach dem Infektionsschutzgesetz für Betriebsinhaber, zwei Schulungen, zu denen die Arbeitgeber in regelmäßigen Abständen verpflichtet sind, um die hohen Hygienestandards in den Betrieben zu gewährleisten. Abschließend richteten die Mitglieder des Innungsteams einen eindringlichen Appell an alle Kollegen: Sollte der Mindestlohn von 15 Euro eingeführt werden, fordern die Bäcker eine Ausnahme für Minijobs. Andernfalls könnte es dazu kommen, dass festangestellte Mitarbeiter netto weniger verdienen als Aushilfen. Eine Anhebung der Grundfreibeträge wird als sinnvollere Lösung erachtet. Innung und Kreishandwerkerschaft, die sich ihrerseits mit Schreiben an die Politik wenden werden, rufen auch alle einzelnen Betriebe dazu auf, an ihre Bundestagsabgeordneten zu schreiben, um dieses wichtige Anliegen zu unterstützen. | |||||
Foto: Archiv |